Olson – Interview

Dein letztes Album “OH WOW” kam ja erst letztes Jahr raus. Hast du trotzdem schon Pläne, dieses Jahr was zu veröffentlichen?

Ich habe dieses Jahr einiges vor und schon sehr viel vorgearbeitet. Es kommt ein Soloprojekt, in dem ich wieder viel rappe und den Spirit meines 16-jährigen Ichs auspacke. Außerdem arbeite ich viel mit Künstlern zusammen, kann davon sehr viel lernen aber auch meine Erfahrung weitergeben. Gefühlt hat es mir noch nie so viel Spaß gemacht wie gerade.

Wenn du deinem Werdegang von deinem ersten Release Rudeboy (2008) bis heute Revue passieren lässt, würdest du alles wieder genauso machen oder bereust du aus heutiger Sicht einige Entscheidungen?

Ich würde mir nicht mehr so sehr den Kopf zerbrechen und meinen Perfektionismus etwas zurückschrauben. Ich habe sehr viel Zeit verstreichen lassen, weil ich auf den perfekten Produzenten, die ausschlaggebende Inspiration, das richtige Label, den passenden Moment usw. gewartet habe. Heute würde ich mehr ausprobieren und lieber hinfallen als auf Nummer sicher zu gehen. Ansonsten ist jeder Song, jede EP und jedes Album immer eine Momentaufnahme. Bei “Rudeboy” war ich jung und wütend, bei “40213” in einer unsicheren Phase, in der ich aus dem wütenden Jungen rausgewachsen bin und mir nicht wirklich klar war, wofür ich stehe und wo ich hin will. Bei “Ballonherz” war ich gerade raus aus dem Dorf, neu in Berlin, Teil einer Szene und fand es (inspiriert von Filmen wie “Ferris macht blau” und “Breakfast Club”) spannend, das Album in diesem Stil zu inszenieren. Natürlich finde ich heute nicht mehr alles richtig gut, was ich gemacht habe, aber alles steht für eine Phase meines Lebens. Meine Musik verändert sich mit meiner Persönlichkeit, mit allen Stärken und Schwächen, Tälern und Bergen.

Sagen wir, du spielst deinem Alter Ego Olson Rough dein letztes Album vor, was würde er wohl dazu sagen?

Auf “Rudeboy” war fast jeder Refrain gesungen und es gab auch einige emotionale Songs, die sich aber hinter einer wütenden Vortragsweise versteckten. Eine Affinität für Popmusik habe ich seit ich denken kann und auch Olson Rough hat heimlich Kings of Leon gehört. Ich denke, er würde es feiern.

Du hast auch mal mit Childish Gambino ein Remix zu seinem Lied “Heartbeat” gemacht. Wie lief das damals ab?

Er hatte eine deutsche Promoagentur, die sein Album “Camp” in Deutschland bewerben sollte. Man hat damals einen Rapper gesucht, der einen Song aus dem Album wählt und einen Remix für die JUICE CD macht. Ich hatte damals gute Kontakte zur JUICE und wurde dafür angefragt. “Heartbeat” habe ich mir ausgesucht, da meine Beats nicht richtig live-tauglich waren und ich mal etwas spielen wollte, das nach vorne geht. Nachdem ich die Strophe aufgenommen hatte, haben wir uns in Berlin für Burger und anschließenden Tequila-Missbrauch getroffen. Am nächsten Morgen fanden wir uns stark verkatert für ein desaströses Videointerview wieder zusammen. Ich habe damals nicht wirklich gecheckt wer er ist und auch nicht geahnt, was er mal bewegen wird.

Kannst du dir vorstellen nochmal mit einem Künstler aus dem Ausland zusammenzuarbeiten?

Klar, früher hat mir die Vermischung von deutschen und englsichen Texten nicht so gut gefallen, aber huete finde ich das ganz spannend. Ich würde z.B. gerne mal Francis and the lights zusammenarbeiten.

Interviewer: Robin Fenner

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